Wer im Norden lebt, kennt das Wetter: wechselnde Wolkendecken, dichter Küstennebel, maritime Feuchtigkeit und viele diffuse Lichtphasen.
Doch wie wirkt sich dieses typische Norddeutschland-Wetter auf Photovoltaikanlagen aus – positiv oder negativ?
Gute Nachricht:
PV-Anlagen entlang der Ostsee arbeiten an vielen bewölkten Tagen überraschend effektiv.
Hier erklären wir, warum das so ist und weshalb diffuses Licht in Küstenregionen sogar ein Vorteil sein kann.
Während direkte Sonneneinstrahlung die höchste Spitzenleistung erzeugt, liefern Solarmodule auch unter diffusem Licht stabile Werte.
Diffuses Licht entsteht durch:
Wolken
Nebel
hohe Luftfeuchtigkeit
Wassertröpfchen im Dunst
reflektierende Küstenluft
In Städten wie Lübeck, Rostock, Stralsund oder Greifswald gibt es viele solcher Tage.
Wichtig:
Solarzellen benötigen kein direktes Sonnenlicht – sie arbeiten, sobald Licht auftrifft, egal ob gebündelt oder gestreut.
Die maritime Atmosphäre unterstützt die Lichtstreuung besonders stark.
Das bedeutet:
Licht wird durch feine Wassertröpfchen in alle Richtungen verteilt
Module erhalten Licht aus verschiedenen Winkeln
auch senkrecht einfallendes oder seitlich gestreutes Licht wird genutzt
Gerade die typische graue Wolkendecke nördlicher Küstenregionen ermöglicht längere, gleichmäßige Leistungskurven.
Nebel ist in Regionen wie:
Stralsund
Hiddensee
Rostock-Warnemünde
Wismar-Bucht
keine Seltenheit.
Die Wassertröpfchen streuen Licht, statt es zu blockieren.
Module erwärmen sich langsamer – Vorteil für den Wirkungsgrad.
Kurze Feuchtphasen am Morgen trocknen rasch ab, sobald die Sonne steigt.
Die tatsächliche Leistungsreduktion ist meist geringer, als viele Hausbesitzer vermuten.
Während südliche Regionen oft unter hohen Modultemperaturen leiden, bietet das Nordklima:
mildere Sommer
mehr Wind
geringere Überhitzung
Das wirkt sich nachhaltig positiv auf Effizienz und Langlebigkeit aus.
PV-Module liefern bei niedrigen Temperaturen mehr Strom – ein klarer Vorteil der Ostseeküste.
Schnell ziehende Wolken erzeugen kurze Momente intensiver Strahlung.
Dieser Effekt heißt „Edge-of-Cloud-Effekt“.
Passiert häufig in:
Greifswald
Lübeck-Bucht
Rostocker Küstenlinie
Wenn Sonnenstrahlen an den Kanten einer Wolke gebrochen werden, entstehen kurze Phasen erhöhter Lichtintensität, die die Leistung kurzzeitig steigern können.
Das norddeutsche Wetter ist für Photovoltaik keine Herausforderung – sondern häufig ein Vorteil.
Dank diffuser Lichtverhältnisse, kühlem Klima und konstanter Streustrahlung arbeiten PV-Module an der Ostseeküste besonders gleichmäßig und effizient.