Die Ostseeküste ist geprägt von hoher Luftfeuchtigkeit, salziger Brise und regelmäßigen Wetterwechseln. Für viele Hausbesitzer in Rostock, Lübeck, Stralsund, Greifswald oder Wismar stellt sich die Frage:
Wie wirkt sich das feuchte Küstenklima eigentlich auf Photovoltaikanlagen aus?
Die Antwort ist: Mehr Vorteile als Nachteile – vorausgesetzt, die Technik ist darauf ausgelegt.
Dieser Beitrag erklärt, welche Rolle Feuchtigkeit spielt und worauf es im Norden besonders ankommt.
Entlang der Ostseeküste liegt die Luftfeuchtigkeit oft deutlich höher als im Binnenland.
Für PV-Anlagen bedeutet das:
stärkerer Kontakt mit kondensierender Luft
feuchtere Nächte und morgens länger taufeuchte Module
höhere Belastung für Dichtungen und Rückseitenfolien
Moderne Solarmodule sind jedoch so konstruiert, dass sie selbst unter intensiver Feuchtigkeit stabil bleiben.
Viele vermuten, dass Feuchtigkeit den Wirkungsgrad von Photovoltaik stark reduziert – tatsächlich ist der Effekt minimal.
Die Gründe:
Solarzellen reagieren hauptsächlich auf Licht, nicht auf Luftfeuchtigkeit.
Moderne Schichten und Laminierungen verhindern Feuchtigkeitseintritt.
Glasoberflächen trocknen schnell ab, sobald die Sonne auftritt.
Was eher passiert:
Morgentau oder Nebel reflektieren Licht diffus – und dieses wird von PV-Modulen sehr effizient genutzt.
Typisch für den Norden:
häufiger Nebel
feuchte Luftmassen
wechselnd bewölkte Tage
Das führt zu deutlich mehr diffusem Licht, das heißt:
Licht wird durch Wassertröpfchen in der Luft gestreut – und diese Streuung erhöht die Lichtausbeute auch dann, wenn die Sonne nicht direkt scheint.
Gerade Regionen wie Stralsund, Greifswald und Rostock profitieren davon.
Feuchtigkeit wirkt vor allem auf die Rückseite von Modulen.
Darum sind Glas-Glas-Module im maritimen Klima besonders vorteilhaft:
absolut feuchtigkeitsresistent
keine anfällige Rückseitenfolie
robuste Verkapselung
höhere Lebensdauer in Küstenregionen
Auch bei hoher Luftfeuchtigkeit bleibt die elektrische Isolierung stabil.
Feuchtigkeit bringt oft kühlere Lufttemperaturen mit sich – und das steigert den Wirkungsgrad der Module.
Photovoltaik arbeitet am besten bei niedrigen Temperaturen, daher gilt:
Kühle, feuchte Küstenluft = effizientere Module
Ein klarer Vorteil gegenüber süddeutschen Regionen, die im Sommer überhitzen können.
Feuchtigkeit ist für moderne PV-Anlagen an der Ostsee kein Problem – im Gegenteil.
Mit passenden Materialien und einer guten Hinterlüftung bietet das kühl-feuchte Küstenklima optimale Bedingungen für hohe Effizienz und lange Lebensdauer.